Fußball-Europameisterschaft 2012: Deutschland 1 - 2 Italien

Die Unvollendeten

Natürlich musste man in Kenntnis der Geschichte damit rechnen, dass es gegen den Angstgegner nicht reichen könnte. Dass es nicht einmal spannend wurde, hat uns aber doch überrascht.

 

Kopfschüttelnd kommen einem im Nachgang des Halbfinales Deutschland gegen Italien vor allem Fragen in  den Sinn. Warum spielte nicht Reus, der gegen Griechenland so überzeugt hatte? Warum lief die Mannschaft Balotelli genau so ins Messer, wie Tage zuvor England? Warum wechselte der Trainer in der Pause Stürmer gegen Stürmer, wo doch zwei Tore fehlten? Wo waren Özil und Schweinsteiger?

 

Über die Angst in den Köpfen hatten wir gesprochen. Nach dem ersten Gegentor war sie da und die deutsche Mannschaft konnte sie bis zum Schluss nicht mehr ablegen. Das Halbfinale geriet zur Lehrstunde. Eine harmlose deutsche Mannschaft scheiterte an ihrer Reifeprüfung und bleibt so unvollendet.

 

Natürlich ist daran auch der Trainer Schuld. Es war die falsche Strategie fast ausschließlich auf den Bayern-Block zu setzen. Zudem erschienen die Wechselspiele nicht durchdacht. Gegen Italien fehlte Selbstvertrauen und Wille. Als die Mannschaft zum ersten Mal in Schwierigkeiten war, brach sie zusammen, während ihr Trainer auf der Bank kauerte und an seinen Nägeln kaute.

 

Italien steht nun verdient im Finale, ein Altmeister sprach von Reife und trifft es damit. Genau jene hatte die blaue Bestie uns voraus. Zudem beeindruckte ihre Selbstgewissheit. Deutschland bleibt zu gratulieren und bedankt sich für die Lehrstunde. Diese Italiener sind stark genug die spanische Mannschaft zu schlagen. Wir wünschen es ihnen.

Kommentare

Ein Kommentar zu “Die Unvollendeten
  1. Steven Ihm sagt:

    Es ist die gleiche Unreife, dieselbe Angst wie im Halbfinale 2010. Nach furiosen Spielen gegen England und Argentinien, überkam die Nationalelf gegen die dominanten Spanier auch diese Unbeholfenheit. Ein Lähmungszustand, der aus Unsicherheit erwächst, wenn die Jungs einem starken Team gegenüber stehen. Schon 2006 sprachen wir von der jungen Mannschaft, die bald so weit sei einen Titel zu holen. Wie trainiert man nur das Selbstvertrauen? Die Mannschaft wird immer jünger, sie wird aber nicht kompletter. Sie muß lernen, Rückstände aufzuholen und an sich zu glauben!

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